Die Diagnostik durch Riechen
Ob es das Riechen am Urin des Patienten ist oder das Riechen an der Haut des zu Behandelnden, um den Geruch seines Schweißes diagnostizieren zu können – solche Methoden muten für uns Westeuropäer doch eher seltsam als medizinisch an.
Dabei sind es diese seit Jahrtausenden angewandten Methoden, die immer wieder Menschen den Weg zur Heilung aufgezeigt haben. Denn eines ist sicher, und das können und müssen selbst Zweifler der Traditionellen Chinesischen Medizin eingestehen: Der Schweiß eines kranken Menschen riecht anders als der Schweißgeruch, den ein gesunder Mensch an sich trägt.
Doch auch die Beschaffenheit und der Geruch des Urins sagen etwas über den Krankheitszustand eines Menschen und die Ursache seiner Erkrankung aus. So riechen die Ärzte, welche die Traditionelle Chinesische Medizin praktizieren, am Urin des Erkrankten, um seine Krankheit und deren Grund besser diagnostizieren zu können.
Und auch der Mundgeruch ist etwas, was immer wieder zu Diagnosezwecken in der Traditionellen Chinesischen Medizin herangezogen wird. Da wird zum Beispiel darauf geachtet, ob der Atem eines Menschen „sauer“ ist, was auf Magenprobleme hinweisen könnte, oder ob Geruch, den der Erkrankte ausatmet, bitter ist.
Die Diagnostik in der Traditionellen Chinesischen Medizin ist tiefgehender als jene in unserer westlichen Schulmedizin, auch wenn die Methoden auf den ersten Blick sehr altbacken und aus der Mode gekommen wirken mögen. Doch nicht immer ist es das Neueste, das die Heilung bringt, sondern gerade das, was sich sehr an die Natur des Menschen annähert auf der Suche nach der Ursache einer Krankheit.