Dass sich die derzeitige Regierung den Umbau des Gesundheitswesens auf die Fahnen geschrieben hat, ist den meisten Bürgern mittlerweile hinreichend bekannt. Allerdings stellt sich Gesundheitsexperten zufolge die Frage, ob die Kassen und die Politik tatsächlich ausreichend Zeit haben, den Umbau langsam und Schritt für Schritt vorzunehmen. Schon jetzt, kurz nach Einführung der ersten Zusatzbeiträge, schlägt die Empörung große Wellen und die ersten Berichterstatter vermuten den baldigen Zusammenbruch der gesetzlichen Krankenkassen aufgrund von Misswirtschaft und eines übergroßen Kostendrucks. Auch der “Kassengipfel”, der am Mittwoch in Berlin stattfand, konnte auf die dringendsten Fragen kaum eine Antwort liefern. Immerhin jedoch gab er Aufschluss über die derzeitigen politischen Pläne und Ansichten hinsichtlich des angeschlagenen Gesundheitssystems.
Die CDU beispielsweise bezog dabei ganz klar Stellung für die von Gesundheitsminister Rösler forcierte Kopfpauschale. Sie solle zwar auf langfristige Sicht, dafür aber in jedem Fall eingeführt werden. Im Zuge der dafür notwendigen Reform soll auch eine schärfere Abgrenzung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung erkennbar sein, so Anette Widmann-Mauz von der CDU. Eckhard Fiedler, Ex-Vorstandschef der Barmer, äußerte sich lieber zum aktuellen Geschehen: Seiner Meinung nach helfe die derzeitige Zusatzbeitragsregelung nicht nur kaum aus der Finanzierungsnot der Gesetzlichen heraus. Verfolge die Politik weiterhin ihren derzeit relativ passiven Regierungsansatz, müsse die GKV, so Fiedler, bereits im nächsten Jahr mit einem Defizit von 11,4 Milliarden Euro rechnen. Mittelfristig treibe diese Vorgehensweise viele gesetzliche Krankenkassen in die Insolvenz.

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