Dass die gesetzlichen Kassen regelmäßig aufgrund von Finanzierungsproblemen und Misswirtschaft öffentlich in der Kritik stehen, ist den meisten Menschen hinreichend bekannt. Relativ neu ist allerdings, dass nun auch an den privaten Kassen Kritik aufkommt. Dreh- und Angelpunkt sind dabei die gestiegenen Gesundheitskosten, die als Ursache für die jüngsten Beitragssteigerungen gelten.
Eine dem Spiegel vorliegende Gesundheitsstudie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums attestiert den Privaten einen nicht immer glücklichen Umgang mit den Beiträgen, die sie einnehmen. Der Studie zufolge gebe es begründete Zweifel, “dass die PKV ihren Ansprüchen gerecht werde, einen besseren Schutz gegen Beitragssteigerungen zu bieten”. Zu diesem Schluss jedenfalls gelangt eine noch nicht veröffentlichte Expertise des Berliner Forschungsinstituts Iges und des früheren Wirtschaftsweisen Bert Rürup.
Grundlage der Kritik ist die Feststellung, dass die Leistungsausgaben pro Versichertem zwischen den Referenzjahren 1997 und 2008 um 49 Prozent und damit deutlicher als in der GKV gestiegen sind. Die Autoren der Studie ziehen hier eine Linie zur Altersproblematik in der PKV - allerdings ist es keineswegs ein Geheimnis, dass junge, gesunde Versicherte in der PKV geringere Beiträge zahlen als ältere oder chronisch kranke Versicherte. Genau dagegen richtet sich die Kritik der Studie. Andererseits gilt es zu beachten: Besteht der Anspruch, dass die privaten Kassen weiterhin wirtschaftlich gesund dastehen sollen ist es unumgänglich, dass sie auch wirtschaftlich handeln. Und das bedeutet eben auch: Wer ein größeres Krankheitsrisiko trägt, muss mehr zahlen.
Lohnt sich ein Wechsel in die Private Krankenversicherung? Hier rechnen!
0 Reaktionen bis jetzt ↓
Bislang gibt es noch keine Kommentare.
Schreibe einen Kommentar