Erstaunlich viele Krankenkassen haben Zusatzbeiträge zu Beginn des Jahres 2010 erhoben oder diese zumindest für den weiteren Verlauf des Jahres angekündigt. In der Konsequenz sehen sie sich aktuell mit einer wahren „Austrittswelle“ konfrontiert. Bei der Deutsche BKK, die seit dem 1. Februar einen Zusatzbeitrag von 8 Euro pro Monat erhoben hat, sind bis jetzt schon 1.000 Kündigungen von Versicherten eingegangen. Wie in der „Rheinischen Post” berichtet wurde, rechnet die BKK aber sogar damit, dass noch bis zu 50.000 Kündigungen folgen werden. Eine Studie der Kölner Rating- Agentur Assekurata brachte das Ergebnis, dass mehr als ein Viertel der Versicherten zu einem Kassenwechsel bereit sind, sofern sich der Beitrag um 8 Euro erhöht.
Auch die DAK hat Anfang des Monats einen Zusatzbeitrag von 8 Euro erhoben, bislang hat sie allerdings noch keine konkreten Kündigungszahlen veröffentlicht. Sicher ist aber, dass die Kündigungen in ähnlicher Höhe wie bei der BKK erfolgen werden.
Gesetzliche Krankenkassen, die bisher keine Zusatzbeiträge angekündigt haben, können von dem Wechselwillen der Deutschen profitieren. Einem Bericht zufolge haben sich bei der Techniker Krankenkasse die Online-Anfragen vervierfacht und die Telefonleitungen sollen seither auch voll ausgelastet sein. Der Chef der AOK-Rheinland, Wilfried Jacobs, bestätigt ebenfalls eine enorme Steigerung der Nachfrage und vermutet die Zahl der täglichen Anrufe bei 1000.
Aber auch die privaten Krankenkassen dürften vom neuen Wechselwillen der Deutschen profitieren: Wer wechseln kann, wird nun erst Recht die Möglichkeit nutzen und versuchen, seine monatliche Beitragsbelastung zu reduzieren.
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