Lange Zeit war es gesetzlichen und privaten Krankenkassen verboten zusammenzuarbeiten. Mittlerweile sind Kooperationen nicht nur toleriert, sondern sogar erwünscht: Der Gesetzgeber spricht sich ausdrücklich dafür aus, dass gesetzlich Versicherte Zusatzversicherungen abschließen, die den gesetzlichen Krankenversicherungsschutz ergänzen. Das Geschäft mit den Zusatzversicherungen boomt, entsprechend Aufmerksamkeit erregt, welche gesetzliche Kasse mit welcher privaten Krankenversicherung eine Zusammenarbeit anstrebt. Nun wurde bekannt, dass sich die größte deutsche Krankenkasse Barmer für eine Exklusiv-Kooperation mit der HUK-Coburg entschieden hat. Das kommt einer kleinen Sensation gleich: Bisher konnten Barmer-Kunden auch Zusatzversicherungen der Debeka, Marktführer in der privaten Krankenversicherung, abschließen. Diese Zusammenarbeit ist nun offenbar beendet.
Die Barmer bewertet Medienberichten zufolge die seit 2004 laufende Kooperation mit der HUK-Coburg als erfolgreich - immerhin seien inzwischen 785.000 Zusatzversicherungs-Policen von Barmer-Versicherten abgeschlossen worden. Die Debeka dagegen war erst seit 2008 Kooperationspartner der Barmer. Nach der Fusion zur Barmer GEK zum 01. Januar 2010 habe die neue Großkasse zwischen beiden Partnern wählen müssen. Die HUK-Coburg habe dabei mit ihrem Modell und eigenen Tarifen überzeugt, so ein Barmer GEK-Sprecher. Die HUK-Coburg ließ ihrerseits über einen Sprecher verlauten, man freue sich über die Entscheidung und sehe darin eine Bestätigung der langjährigen guten Zusammenarbeit.
Für die Barmer GEK bringt eine Kooperation mit der HUK-Coburg viele Vorteile mit sich: Da eine steigende Anzahl an Versicherten dazu bereit ist, für eine gute Versorgung tiefer in die Tasche zu greifen, ist es der gesetzlichen Kasse mit Verweis auf Zusatzversicherungsoptionen möglich, ihre eigenen Leistungen herunterzufahren und damit Kosten zu senken. Die aktuell 17 Tarife der HUK-Coburg sollen auch individuelle Zusatzleistungen bieten, die im offiziellen Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen nicht vorgesehen sind. Nach Angaben der HUK handelt es sich bei den Tarifen um exklusive Policen für die Barmer, die mit “sehr günstigen Beiträgen und sehr guten Test- und Ratingergebnissen”, etwa von Finanztest, überzeugen. Die Policen warten darüber hinaus mit einer Zukunftsgarantie auf: Ergeben sich zukünftig Erweiterungen aufgrund von gesetzlichen Änderungen im Zusatztarif, verzichtet die Assekuranz auf eine erneute Gesundheitsprüfung.
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