Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und FDP haben über die grundlegenden Punkte für Sparmaßnahmen bei Arzneimitteln der ungefähr 70 Millionen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Versicherten beraten. Der Verband der privaten Krankenversicherung e.V. erwartet, dass die Pharmaunternehmen infolge der drohenden Einnahmeverluste von knapp zwei Milliarden Euro versuchen werden, sich bei den Privatversicherten schadlos zu halten. Gesundheitsminister Dr. Philipp Rösler (FDP) und die Gesundheitsexperten der Fraktionen hatten am Freitag das Maßnahmepaket für den Arzneimittelbereich für den Bereich der GKV vorgestellt. 2009 waren die Arzneimittelausgaben um 5,3 Prozent je GKV-Versicherten gestiegen. Damit sind die Ausgaben insgesamt um 1,5 Milliarden Euro auf über 32 Milliarden Euro angewachsen.
PKV-Verbandsvorsitzender Reinhold Schulte meinte, dass Gesundheitsminister Rösler die fast neun Millionen Privatversicherten am Ende die Zeche zahlen müssen. Dies sei sachlich nicht zu rechtfertigen. Auch die PKV müsse in einem verbindlichen Rechtsrahmen mit den Pharmaunternehmen über angemessene Preise verhandeln können. Dafür reiche die heutige gesetzliche Grundlage nicht aus. Die nur für die GKV wirkenden Pläne würden dazu führen, dass „die gesetzlichen Kassen Rabatte erhalten, die Privatversicherte mit höheren Kosten bezahlen müssten“.
Die PKV soll aber weiterhin für eine umfassende Versorgung ihrer Versicherten auch mit innovativen Arzneimitteln zu angemessenen Preisen sorgen können, so Schulte. Für Arzneimittel ohne Festbetrag sollen die Abschläge auf 16 Prozent von momentan sechs Prozent erhöht werden. Für die Geltungsdauer des erhöhten Abschlags soll aber auch ein Preisstopp verhängt werden. Preiserhöhungen sollen durch einen Zusatzrabatt in gleicher Höhe für die GKV neutralisiert werden. Als Preisgrundlage dient der 1. August 2009. Der Preisstopp wird bis zum 31. Dezember 2013 gelten. Die Maßnahmen könnten schon zum 1. August 2010 wirksam werden, was zu einer Entlastung der GKV-Kassen um etwa 500 Millionen Euro noch in diesem Jahr führen würde. Die neu entwickelten, kostenintensiven Arzneimittel können von den Pharmaunternehmen im ersten Jahr der Markteinführung zum geforderten Preis vermarktet werden.
Alle Kassen sollen in Verhandlungen mit den Pharmaunternehmen Rabatte aushandeln können. GKV-Versicherte, deren Krankenkasse mit gewissen Arzneimittelherstellern Rabattverträge abgeschlossen haben, sollen dann auch ein anderes wirkungsgleiches Medikament wählen dürfen. Die Mehrkosten müssen jedoch vom Versicherten selbst zu tragen sein.
Veränderungen bei Arzneimittelkosten
Jochen am 9. April 2010 · Kein Kommentar
Tags: Krankenversicherung

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