Die Zeiten, in denen man als Kassenpatient unbesorgt zum Arzt gehen konnte, sind schon lange vorbei. Aufgrund des hohen Kostendrucks wurden die Leistungen innerhalb der vergangenen Jahrzehnte maßgeblich gekürzt. An die Zeiten, in denen so gut wie alle Medikamentenkosten von den Kassen getragen wurden, können sich die meisten Leute schon gar nicht mehr erinnern.
Eines der größten Probleme besteht darin, dass der Kostendruck im Gesundheitssystem weiterhin zunimmt. Bisher begegnen die Träger der gesetzlichen Krankenversicherung dieser Entwicklung mit einer Erhöhung der Beiträge. Vor nicht ganz zwei Jahren wurde der Beitragssatz einheitlich gestaltet, was bei etlichen Kassen zu einer Beitragserhöhung geführt hat. Hinzu kommt der sogenannte Zusatzbeitrag, den mittlerweile etliche Kassenpatienten entrichten müssen.
Doch aller Voraussicht nach werden diese Maßnahmen nicht ausreichen, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Womöglich wird es erneut erforderlich sein, den sogenannten Leistungskatalog zu kürzen. Die Folge dieser Maßnahme ist simpel: Bestimmte Behandlungen werden in Zukunft nicht mehr von den Kassen übernommen oder Patienten müssen zumindest einen Eigenanteil beisteuern.
Zwar wurden derartige Entschlüsse in der Politik noch nicht gefasst, die Kassenpatienten selbst glauben jedoch daran. Dies bestätigt eine Meinungsumfrage, die erst kürzlich vom Meinungsforschungsinstitut Emnid durchgeführt wurde. 56 Prozent der Befragten Kassenpatienten gaben an, dass sie große Leistungskürzungen in der gesetzlichen Krankenversicherung befürchten. Ein noch größerer Teil der Befragten, nämlich 58 Prozent, glaubt außerdem daran, dass die Träger der gesetzlichen Krankenversicherung, in großen finanziellen Schwierigkeiten stecken. Damit macht die Umfrage eine Sache gut deutlich: Die Bürger wissen mittlerweile sehr genau, dass es um das Gesundheitssystem nicht gut bestellt ist.
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