Nachdem hier im Blog bislang immer nur die männliche Sicht der Dinge vorgestellt wurde, haben wir mit Heike Stopp diesmal eine Frau überzeugen können, einen Artikel zu posten:
Während der Kassenpatient nur ein kleines Blutbild bei seinem Arzt auf Kosten der Krankenkasse machen lassen kann und alle möglichen Blutwerte, die etwas spezieller sind, ihn selbst oft Geld kosten, zahlt meine private Krankenversicherung solche Untersuchungen komplett. Leide ich nun beispielsweise an Eisenmangel und muss diesbezüglich verschiedene bestimmte Blutwerte untersuchen lassen, so zögert mein Hausarzt nicht, die Untersuchung durchzuführen, denn er weiß, ich bin privat krankenversichert.
Zum Beispiel Hormonuntersuchungen beim Frauenarzt sind kostspielig. Auch hierfür bestimmt die Gynäkologin oder der Gynäkologie die Blutwerte, um den genauen Hormonstatus festzustellen. Eine Schwangerschaft hingegen wird mittels Urinuntersuchung bestätigt oder ausgeschlossen. Aber um andere Hormone zu bestimmen, zum Beispiel bei der Schilddrüsenuntersuchung, brauchen der Hausarzt oder eben u. U. auch der Frauenarzt bestimmte Blutwerte, um eine Über- oder Unterfunktion festzustellen. Und solche Hormontests kosten die Krankenversicherung, egal ob gesetzliche oder private, schon eine Stange Geld. Entscheidendes Kriterium ist, ob die Untersuchung spezieller Blutwerte medizinisch notwendig ist. Dann besteht auch bei der gesetzlichen Krankenversicherung die Möglichkeit der Kostenübernahme. Aber dafür muss eben der Arzt eine ausführliche Begründung schreiben, der Krankenversicherung einzeln aufschlüsseln, was genau dem Patienten fehlt und warum und wieso beispielsweise eine Hormonuntersuchung nötig ist. Und gerade in diesem sensiblen Bereich, wo sich beispielsweise eine Bekannte von mir wegen Unfruchtbarkeit einer solchen Hormonuntersuchung unterzog, kann es für Patienten ziemlich unangenehm sein.
Als ob der Hintergrund dieser Untersuchung der hormonellen Blutwerte nicht schon eine Sache für sich wäre, muss der Arzt auch noch der Krankenkasse alle Details schildern. Es ist natürlich nicht so, dass meine private Krankenversicherung sich nicht darüber Gedanken macht, ob eine Untersuchung medizinisch und wirtschaftlich vertretbar ist. Allerdings garantiert sie mir bei meinem Tarif, dass mir eine gute und notwendige Behandlung zusteht. Und eben nicht nur im Bereich dessen, was manche gesetzliche Krankenversicherung für angemessen hält.
Autor: Heike Stopp
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