Dass die Beiträge der Kassenmitglieder in den kommenden Jahren noch weiter steigen werden, unter anderem auch weil der Arbeitgeberanteil bei 7,3 eingefroren werden soll, davon gehen Spezilisten wie Eckart Fiedler, Professor vom Institut für Gesundheitsökonomie der Uniklinik Köln, aus. Er ist der Auffassung, dass die Zusatzbeiträge im Ansatz völlig unsozial sind und auch von Nachhaltigkeit kann er nichts bemerken.
Auch die Zusatzbeiträge sollen neben dem Beitragssatz ein weiterer Faktor werden, um Geld einzunehmen. Krankenkassen haben bislang die Möglichkeit, unabhängig vom Einkommen direkt bei ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag einfordern, sofern ihnen die Mittel aus dem Gesundheitsfonds nicht genügen. Die neuen Regelungen sind komplexer und machen viel höhere Zusatzbeiträge möglich. Momentan darf der Zusatzbeitrag nicht mehr als 1 Prozent des Einkommens ausmachen. Diese Grenze soll zum kommenden Jahr aufgehoben werden, wie es die Bundesregierung plant. Als Bremse gibt es eine Überforderungsklausel, die bei 2 Prozent des jeweiligen Einkommens greifen soll. Problematisch ist, dass die 2 Prozent sich nicht auf den tatsächlichen Zusatzbeitrag, den das Mitglied an seine Kasse zahlt, beziehen sondern auf einen durchschnittlichen künstlichen Zusatzbeitrag, den das Bundesversicherungsamt (BVA) kalkuliert. Und diese beiden Beträge können verschieden sein. Liegt zum Beispiel der Zusatzbeitrag der Kasse bei 20 Euro, der BVA-Zusatzbeitrag jedoch bei 10 Euro, bedeuten das für eine Teilzeitkraft mit einem monatlichen Bruttogehalt von 500 Euro, dass mehr als 2 Prozent ihres Gehalts dafür ausgegeben werden. Die Überforderungsklausel findet hier aber keine Anwendung, wie Oliver Ewald, Sprecher im Bundesgesundheitsministerium, sagt. Grund dafür ist, dass der durchschnittliche BVA-Zusatzbeitrag von 10 Euro die 2 Prozent nicht übersteigt. Der Versicherte kann also lediglich zu einer Kasse mit niedrigerem oder keinem Zusatzbeitrag wechseln. Arbeitgeber und Rentenkassen sollten daher kontrollieren, ob der BVA-Zusatzbeitrag zwei Prozent des Einkommens übersteigt.
Zukunftsaussichten: Tendenz weiterhin steigende Beiträge
Saskia am 22. Juli 2010 · Kein Kommentar
Tags: Krankenversicherung

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