Die großen Preistreiber bei den Arzneimitteln sind nach Angaben des Arzneimittel Report 2010 der Barmer GEK die patentgeschützten Medikamente, die neu auf dem Markt lanciert werden. Aus diesem Grunde möchte die Barmer GEK, die mit 8,5 Millionen Mitgliedern die größte Krankenkasse Deutschlands ist, eine sinnvolle Gestaltung der Arzneimittel-Preisbildung schaffen. Ein weiteres Einsparpotenzial liegt bei Ärzten, Krankenhäusern und Apothekern.
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat seinen Entwurf für das sogenannte Arzneimittel-Neuordnungsgesetz (AMNOG), das zu Einsparungen von knapp zwei Milliarden Euro im Jahr führen soll, zur Diskussion gebracht. Die Barmer GEK stellt sich hinter die Sparbemühungen von Gesundheitsminister Dr. Philipp Rösler (FDP), wie Vize-Kassenchef Dr. Rolf-Ulrich Schlenker vor der Presse in Berlin bei der Vorstellung des Arzneimittel Reports 2010 erklärte. Die Vorschläge des Ministeriums seien aber nicht weitreichend genug, so Schlenker.
In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) stieg das Ausgabevolumen besonders für die teuren, patentgeschützten Spezialpräparate im letzten Jahr um 15 Prozent oder 1,3 Milliarden Euro auf 10,1 Milliarden Euro. Insgesamt sind bei der Barmer GEK im vergangenen Jahr die Ausgaben für Arzneimittel um 6,1 Prozent auf knapp 3,7 Milliarden Euro angestiegen. Davon entfielen beinahe 20 Prozent oder 700 Millionen Euro auf die Top 20-Präparate.
Den ersten und zweiten Platz erreichten zwei innovative Rheumamittel mit Ausgabensprüngen um 20 bis 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf Platz drei bis fünf liegen Präparate gegen Multiple Sklerose mit einem Ausgabenanstieg um zwölf bis 24 Prozent mit durchschnittlichen Jahrestherapiekosten von 40.000 Euro. Beim führenden Krebsmittel Glivec ist ein Ausgabenzuwachs von 17 Prozent verzeichnet worden, die Jahrestherapiekosten liegen zwischen 38.000 und 50.000 Euro.
Für ein großes Einsparpotenzial könnte der vermehrte Einsatz von Generika sorgen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist im generikafähigen Markt eine Substitution von 81 Prozent geschafft. Eine Anhebung der Quote auf 85 Prozent könnte zu einer Entlastung von 400 Millionen Euro führen. Aus diesem Grunde findet Schwenker auch den Ansatz des Gesundheitsministeriums nicht richtig, dass Versicherte zukünftig auf Nicht-Rabatt-Arzneimittel ausweichen können sollen, sofern sie den höheren Kostenanteil für Originalpräparate selbst übernehmen.
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