Um die 7.000 gesetzlich Versicherte werden gegen Aufpreis wie ein Privatpatient behandelt. Das wird sich nun änden: Das Ende der Erste-Klasse-Behandlung von der Kasse steht bevor. Die Techniker Krankenkasse (TK) stellt ihren ambulanten Wahltarif „TK Privat“ zum Ende dieses Jahres ein – er ist der Kasse viel zu teuer geworden. Betroffen sind knapp 7.000 Kunden. Andere Wahltarife sollen aktuell noch nicht betroffen sein. „Wir haben keine Probleme“, wie es bei der AOK-Rheinland-Hamburg heißt. Sie hat Tarife für eine Ein- oder Zweibettzimmer-Unterbringung im Krankenhaus oder für Zahnersatz im Angebot. Auch bei den Betriebskrankenkassen gibt es nach Aussagen des Bundesverbands noch keinen Hinweis, dass Wahltarife gestrichen werden.
Mit dem Slogan „Bei der TK versichert, wie ein Privatpatient behandelt“, hatte die Hamburger Krankenkasse Ende September 2007 einen neuen Tarif gestartet. Diejenigen, die als Versicherter einsteigen und eine Zusatzprämie zahlen, konnten beim Arzt fast als vollwertiger Privatpatient auftreten. „Wir leisten bis zum 3,5-fachen des einfachen Gebührensatzes der Gebührenordnung für Ärzte“, sagte der TK-Vorstand Norbert Klusen vor einiger Zeit. Interessant für viele Kunden war, dass sie als Quasi-Privatpatienten beim Haus- oder Facharzt oft schneller einen Termin erhalten und in der Praxis meist eine geringere Wartezeit haben.
Verantwortlich für den Untergang des Tarifs ist vor allem ein Konstruktionsfehler, der alle Wahltarife betrifft. Anders als in der privaten Krankenversicherung wird nicht risikogerecht kalkuliert. Daher sind die Kassenwahltarife strukturell unterfinanziert, wie es beim Verband der Privaten Krankenversicherer in Berlin heißt. In kleinen Gruppen gelingt der Sozialausgleich zwischen Gesunden und Kranken nicht. Deswegen können wenige Schwerkranke, die regelmäßig zum Arzt müssen, die Kosten ausufern lassen. Eine Gesundheitsprüfung, nach der Kranke einen Zuschlag zahlen sollten, gibt es bei den Krankenkassen nicht. Und so führte es unter anderem dazu, dass die TK den Tarif nun schließt.

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