Mehrere Versicherungen haben schon in diesem Jahr Zusatzbeiträge erhoben, dadurch eine Welle der Wechselbereitschaft unter den Versicherten losgelöst und viele Versicherte an andere Unternehmen verloren. Ein Wechsel der Krankenkasse sollte jedoch umfassend geprüft werden. Denn obwohl ein Großteil der Leistungen vom Gesetzgeber vorgeschrieben wird, unterscheiden sich die Kassen in punkto Zusatzleistungen und Service. Manchmal lohnt es sich nicht mehr, die Kasse zu wechseln, da die Zusatzbeiträge mit Sicherheit im nächsten Jahr erhoben werden. Bei der BKK steht aber eine Einführung der Zusatzbeiträge noch gänzlich aus.
Die BKK fusioniert am 1. Oktober 2010 mit der BKK Westfalen-Lippe und der BKK N-ERGIE. Nach dem Zusammenschluss betreut die Krankenkasse, die weiterhin den Namen BKK vor Ort tragen und ihren Kassensitz in Bochum haben wird, knapp 620.000 Versicherte an über 65 Standorten bundesweit.
Trotz der allgemeinen Finanznot der gesetzlichen Krankenversicherung steht die BKK vor Ort auf soliden Füßen und wird 2010 keinen Zusatzbeitrag erheben. Die Kunden der BKK können vor zusätzlinen finanziellen Belastungen sicher sein, so Reinhard Brücker, Vorstandsvorsitzender der BKK. Mit den vorhandenen Reserven kann die BKK 2010 nicht nur die Unterdeckung im Gesundheitsfonds ausgleichen, sondern auch die aktuell bekannten Belastungen durch die finanzielle Schieflage einzelner Betriebkrankenkassen.
Was jetzt dringend gebraucht wird, sei ein deutliches Signal der schwarz-gelben Koalition beziehungsweise müssen die angekündigten Maßnahmen endlich realisiert wird, wie Klaus-Peter Hennig, Verwaltungsratsvorsitzender der BKK, betont. Politische Entscheidungen sind gefragt, die die Krankenkassen kurzfristig stabilisieren und nachhaltig sichern. Der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende, Ludger Hamers, wünscht feste Regularien und Sanktionen für Kassen, die Finanzhilfen aus dem BKK-System benötigen. “Keineswegs will sich die BKK damit dem Haftungsverbund der Betriebskrankenkassen entziehen, trotzdem sind die Vorstände und Verwaltungsräte der betroffenen Kassen aufgefordert, sofort die notwendigen Schritte zur Selbsthilfe einzuleiten”.
Die BKK vor Ort ist die sechstgrößte Betriebskrankenkasse bundesweit und die größte in Nordrhein-Westfalen. Unter allen gesetzlichen Krankenkassen rangiert sie auf Platz 25.
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