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PKV-Rabatt für FDP-Mitglieder

Christiane am 21. Januar 2010 · 1 Kommentar

Schon seit einigen Wochen ist das Verhältnis der FDP zur privaten Krankenversicherung zumindest umstritten: Permanent muss sich Bundesgesundheitsminister und FDP-Mann Rösler Vorwürfe gefallen lassen, eine PKV-nahe Gesundheitspolitik betreiben zu wollen und seit der Berufung von Christian Weber in die Grundsatzabteilung des Gesundheitsministeriums kann er sich dem Misstrauen seiner Parteikollegen sicher sein. Umso mehr sorgt die Nachricht für Aufmerksamkeit, dass Mitglieder der FDP bei der privaten Krankenversicherung DKV einen Rabatt erhalten. Wer nun aber eine Verschwörung wittert, sollte erst einmal alle Fakten anhören: Netzwerke mit Nutzwerk sind in Politik und Wirtschaft generell nichts Ungewöhnliches.

Ganz offen gibt die FDP darüber Auskunft, wen sie zu ihren Partnern in ihrem Netzwerk zählt. Neben der Krankenversicherung DKV gehören u.a. auch die Autovermietung Sixt oder der Mobilfunkanbieter Vodafone dazu. Die Leistungen dieser Partner stehen für alle FDP-Mitglieder offen - und sind in der Regel mit einem Rabatt erhältlich. Im Fall der DKV besteht beispielsweise ein Gruppenvertrag. Der regelt, dass jedes Parteimitglied einen Tarifrabatt in Höhe von fünf Prozent erhält. Die Opposition sollte sich in der Kritik an dieser Vorgehensweise übrigens im eigenen Interesse zurückhalten: Noch Anfang des Jahrtausends profitierten auch SPD-Mitglieder von ganz ähnlichen Rabatten, die sie mithilfe der sogenannten SPD-Card erhielten.

Auch der PKV-Verband äußert sich zur Aufregung um den FDP-Rabatt: Gruppenverträge könnten, so der Verband, prinzipiell von jedem Unternehmen und jedem Verband in Anspruch genommen werden. Tatsächlich handelt es sich dabei sogar um ein weit verbreitetes Marketinginstrument. Allein die DKV soll mit mehr als 750 Unternehmen und 330 Verbänden Gruppenverträge abgeschlossen haben. Rabatte bzw. spezielle Tarife erhalten auch Journalisten und ihre Familienmitglieder, Ärzte, Apotheker und Steuerberater. Wer darüber nachdenkt, seine PKV zu wechseln sollte also genau recherchieren: Unter Umständen ist es allein aufgrund des eigenen Berufs oder einer Vereinsmitgliedschaft möglich, seinen Beitrag zur privaten Krankenversicherung zu senken.

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Tags: Private Krankenversicherung

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