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Mehr Beschwerden in der PKV dank Beitragserhöhungen

Christiane am 22. Januar 2012 · Kein Kommentar

Seit einigen Wochen müssen die privat Versicherten in einigen Tarifen erhebliche Beitragssteigerungen hinnehmen. Dass die Versicherten darüber nicht begeistert sind, ist klar. Um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen, haben viele PKV-Mitglieder jetzt Beschwerden eingereicht: Um bis zu 60 Prozent mehr Beschwerden gehen bei Bund der Versicherten ein als unter normalen Umständen. Aber nicht nur die aktuelle Anhebung der Beiträge hat die Versicherten dazu gebracht sich zu beschweren. Was die Versicherten vor allem beschäftigt, ist die Sorge um die zukünftige Beitragsentwicklung. Die Frage, ob die private Krankenversicherung in Zukunft überhaupt noch zu bezahlen ist, stellen sich viele Kunden, wie der Vorstandsvorsitzende des Bund der Versicherten, Axel Kleinlein, erklärt.

Fakt ist, dass Beitragserhöhungen in der privaten Krankenversicherung nur erfolgen, wenn gewisse Umstände vorliegen, zum Beispiel bei steigender Lebenserwartung der Versicherten oder bei einem erwarteten Anstieg der Kosten im Gesundheitswesen. Da diese Faktoren mit Bestimmtheit noch größere Bedeutung gewinnen werden, wird nun eine Forderung des Bundes der Versicherten laut: Gefordert wird von den privaten Krankenversicherungen, sowohl derartige Rechengrößen als auch die Inflation in Zukunft in die Berechnung der Beiträge mit einzubeziehen. Das könnte auch dazu beitragen, dass die Versicherten nicht mehr unverzüglich die Flucht aus ihrer alten Versicherung in eine mit geringen Beträgen ergreifen, da drastische Beitragserhebungen ausblieben. Aktuell bleibt den Versicherten bei zu hohen Beitragsanpassungen eben nur diese Option: Den bisherigen Tarif zu verlassen und eine andere Kasse zu finden.
Experten empfehlen oftmals, besser in einen anderen Tarif bei seiner bisherigen Versicherungsgesellschaft zu wechseln. Auch der Bund der Versicherten rät zu diesem Schritt. Grund dafür ist, dass die angesparten Altersrückstellungen bei einem PKV-Wechsel oft verloren gehen. Die privat Krankenversicherten können nach § 204 des Versicherungsvertragsgesetzes zwar zu einem anderen Versicherungsunternehmen wechseln, aber dann verfallen die angesparten Altersrückstellungen. Somit ist es für die Versicherten (insbesondere Versicherten, die schon länger PKV-Mitglied sind) ratsam, bei ihrem bisherigen Anbieter um ein preiswerteres Angebot zu bitten und dabei auch hartnäckig zu bleiben, weil sich die Versicherer unter Umständen etwas sperren.

Als Grund für die zum Teil krassen Beitragserhöhungen in der PKV haben einige Assekuranzen die Billigtarife angegeben. Und so sind es nun die Versicherer mit den günstigsten Einsteigertarifen, die in den letzten Wochen und Monaten besonders starke Preiserhöhungen ansetzten. Die Central Krankenversicherung war im vergangenen Dezember wegen ihrer immensen Beitragserhöhungen in die Kritik geraten. Jetzt wurde erste Konsequenzen gezogen und der Vertrieb der sogenannten Billigtarife beendet. Gleiches wurde auch bei der DKV getan: Dort wurde dieses Tarifsegment schon im Dezember geschlossen. Auch die Kunden der Gothaer und der Mannheimer Krankenversicherung, des Deutschen Rings und der HanseMerkur mussten Beitragserhöhungen hinnehmen. Ob und wenn, welche Konsequenzen und Veränderungen diese Kassen vornehmen werden, ist bisher noch offen.

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Tags: Krankenversicherung · Private Krankenversicherung

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