Seitdem die Krankenversicherungs-Pflicht im Jahr 2009 eingeführt wurde, musste die private Krankenversicherung (PKV) auch diejenigen Bundesbürger aufnehmen, die bisher nicht versichert waren, aber dem PKV-Kreis zuzurechnen sind. Das war der Beginn der Probleme mit Versicherten, die in Zahlungsverzug gerieten. Ende September 2011 waren es schon 144.000 Nichtzahler, die Beitragsausfälle von über 500 Millionen Euro verursacht hatten und ein Ende dieser explodierenden Zahlen sei noch lange nicht in Sicht.
Als einzig sinnvolle Lösung wird daher schon seit 2011 über die Einführung eines Nichtzahler-Tarifs nachgedacht. Dieser Tarif könnte jetzt aber schneller umgesetzt werden, da sich laut Angaben des Verbands der privaten Krankenversicherung e.V. aktuell eine Arbeitsgruppe mit der Ausgestaltung des Nichtzahler-Tarifes beschäftigt.
Neben dem Leistungsumfang soll insbesondere der Kriterienkatalog für eine Notfallversorgung präzise festgelegt werden, wie ein PKV-Sprecher erklärte. Auch ist nichts Konkretes zur Beitragshöhe entschieden worden, doch wird vermutet, dass der Beitrag, der nur noch für akute Erkrankungen, Schmerzzustände und bei Schwangerschaft leisten soll, bei um die 100 Euro liegen soll. Derzeit müssen im Basistarif, der den Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung bietet, bis zu 600 Euro im Monat gezahlt werden.
Neben dieser Arbeitsgruppen- Initiative wird von Seiten der Bundesregierung, also durch das Bundesministerium der Justiz und das Bundesministerium der Finanzen (BMF), derzeit an einem Gesetzentwurf gearbeitet. Die Zeitung ‚Welt’ berichtete, dass geplant ist, Privatversicherten, die keine Beiträge mehr zahlen, nach zwei Monaten eine erste Mahnung zu schicken. Nach vier Monaten erhalten sie eine zweite Mahnung und sofern die Beitragsschulden dann noch nicht beglichen sind, wird der Versicherungstarif automatisch in eine Art „Ruhezustand“ versetzt und es gilt der sogenannte Nichtzahler-Tarif. „Durch den niedrigeren Beitrag im Nichtzahler-Tarif haben die betroffenen Versicherten eher die Möglichkeit, ihre Rückstände zurückzuzahlen“, wie Vorstandsmitglied der Halleschen Krankenversicherung ,Wiltrud Pekarek, erklärte.