Obwohl Nachfragen bei den privaten Krankenversichern dementiert werden, dass nicht mehr Versicherte zurück in die gesetzliche Krankenkasse wollen, sprechen die Zahlen eine ganz andere Sprache: Das Handelsblatt hatte sich die größten deutschen Krankenkassen, Barmer GEK und Techniker (TK), vorgenommen: Netto sind bei beiden Branchenführern in den letzten beiden Jahren mehr Versicherte aus der PKV hinzugekommen als sie an die private Krankenversicherungen wieder verloren haben. Barmer und TK haben zusammen mehr als 16 Millionen Versicherte. In den privaten Krankenversicherern sind es lediglich neun Millionen Vollversicherte. Angesichts solcher Fakten sind Aussagen, dass nicht viele PKV- Versicherte zurück in die GKV wollen und dies nach Ansicht des Debeka-Chefs Uwe Laute nur „Behauptungen“ und „reine Werbebotschaften“ sind, unglaubwürdig.
Jedes Jahr wechseln deutlich mehr Menschen aus der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die Private Krankenversicherung als in umgekehrter Richtung. Gegenteilige Behauptungen sind absurd und nachweislich falsch“, sagte der Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV), Volker Leienbach. Fakt ist, dass der Saldo der Wanderungsbewegungen zwischen GKV und PKV einen Trend zu Gunsten der PKV zeige.
Jedenfalls versuchen jährlich um die 150.000 Menschen bereits seit dem Jahr 2000 von der PKV zurück in die Krankenkassen zu gehen. Dabei sind die Ursachen unterschiedlich. Zum Beispiel muss ein Wechsel erfolgen, sobald das Einkommen der Privatpatienten unter die Versicherungspflichtgrenze fällt. Auch wenn PKV-Kunden arbeitslos werden oder von der Selbstständigkeit in einen festen Job wechseln, würde dies unter Umständen mit einem Wechsel einhergehen. Sollten Versicherte aber um jeden Preis in der PKV bleiben wollen, müssen sie sich dazu von der Versicherungspflicht befreien lassen und sind dann folglich auf Lebenszeit an die private Krankenversicherung gebunden.
Über genau diese Folge der Befreiung von der Versicherungspflicht werden junge Erwachsene nur unzureichend von den privaten Versicherern aufgeklärt, wie es die Verbraucherschützer kritisieren. Schon dieser Einblick zeigt, wie stark der Machtkampf zwischen PKV und GKV tobt. Versicherte sollten sich daher vor einem Wechsel von einer unabhängigen Stelle beraten lassen.