In der private als auch in der gesetzlichen Krankenkasse besteht das Problem der zahlungsunwilligen Versicherten. Die private Krankenversicherung hat nun vor, sich durch die Einführung eines Spezialtarifs für Nichtzahler zu helfen. Dieser Tarif soll dazu führen, die Kosten zu senken. Die gesetzliche Krankenversicherung möchte jetzt mithilfe der Regierung einen Ausgleich der Beitragsrückstände durch Steuermittel erreichen. In der gesetzlichen Krankenversicherung werden derzeit um die 638.000 Versicherte gezählt, die ihre Beiträge nicht gezahlt haben. Infolgedessen ist bislang ein Schaden in Höhe von 1,2 Milliarden Euro entstanden, wie Branchenkenner vermuten.
Von den 638.000 Nichtzahlern gehören rund 108.000 zum dem Kreis der Rückkehrer aus der privaten Krankenversicherung. Zu den übrigen Nichtzahlern zählen vor allem Selbstständige oder Freiberufler, die ihre Beiträge schon zur PKV nicht zahlen können. Weil sich die gesetzlichen Versicherungen nicht anders zu helfen wissen, verlangte nun Sprecher der DAK Gesundheit, Jörg Bodanowitz, die fehlenden Beiträge aus Steuermitteln zu begleichen. Jedoch wird diese Forderung, die Beitragsrückstände auf Kosten von Steuergeldern auszugleichen, nicht von allen Seiten zustimmend angenommen. Karl Lauterbach, Gesundheitspolitiker der SPD, erklärte zu Beispiel, dass die gesetzlichen Krankenversicherungen nicht alle Möglichkeiten nutzen würden, die sie zur Eintreibung der Beiträge zur Verfügung hätten.
Aus einem Artikel der „Welt“ ging zwar hervor, dass einige Krankenversicherungen derzeit versuchten, die Beitragszahlung per Ratenzahlung abzuwickeln, doch die Option die fehlenden Beiträge per Pfändung oder Vollstreckungsverfahren einzufordern, würden nur sehr wenige die wenigsten nutzen.
Insgesamt äußern sich die Krankenversicherer in diesem Zusammenhang immer wieder sehr kritisch über die in 2009 eingeführte Versicherungspflicht für GKV und PKV, die es den Krankenversicherern nicht mehr erlaubt, ein Versicherungsverhältnis bei säumigen Beitragszahlungen zu kündigen. Auch der GKV-Verband bemängelte diesen entscheidenden Umstand, da die Menschen „mit dem Recht beziehungsweise der Pflicht auf eine Krankenversicherung“ häufig nicht genügend Geld haben, um auch die notwendigen Kosten der Gesundheitsversorgung zu bezahlen.
Was hier esich zeigt ist die Ungerechtigkeit der Politik den unterschiedlichen Systemen gegenüber. Von den PKV-Versicherten wird verlangt, dass sie für die Nichtzahler aufkommen. Bei der GKV soll es der Steuerzahler.
Warum wird hier eigentlich so viel Bürokratie erzeugt. Warum nicht gleich so, dass der Nichtzahler Anspruch auf kostenlose Behandlung hat? Spass beiseite. Es kann nicht angehen, dass Personen auf Kosten anderer Leben. Wenn KV ein so hohes Gut ist, dann muss die Sozialhilfe erhöht werden oder andere “hohe Güter” wie Fernsehen, Internet, Telefon… gestrichen werden