Niedrigere finanzielle Belastung für Selbständige in der PKV

Die Zeiten, in denen Selbständige auch ohne den Schutz einer Krankenversicherung auskommen konnten, sind längst vorbei. Bereits vor einigen Jahren wurde festgelegt, dass die Krankenversicherungspflicht auch für Selbständig gilt. Allerdings haben sie Wahlfreiheit, denn anders als bei Arbeitnehmern ist kein Mindesteinkommen vorgeschrieben, um von der geseztlichen in die private Krankenversicherung wechseln zu können. Selbständige können – zumindest aus rechtlicher Sicht – vergleichsweise unkompliziert in die PKV wechseln.

Viele Interessenten sind jedoch verunsichert. Schnell kommt die Frage auf, wo jeweils die Vor- und Nachteile von GKV und PKV liegen. Glücklicherweise sind die Antworten schnell gefunden. Denn im Grunde ist die Sachlage ganz klar: Wer sich für die gesetzliche Krankenversicherung entscheidet, erhält genau die Leistungen, die alle anderen Kassenmitglieder ebenfalls erhalten. Im Gegenzug ist die Höhe des Beitrags an das Einkommen gekoppelt.

Ganz anders verhält es sich bei der privaten Krankenversicherung. Der Versicherungsschutz lässt sich an die persönlichen Bedürfnisse anpassen. Es wird eine Basisabsicherung geboten, deren Schutz mit der Absicherung aus der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar ist. Ein wesentlich umfangreicherer Krankenschutz ist jedoch ebenso erhältlich. Die Höhe des Versicherungsbeitrags ist nicht an das Einkommen gekoppelt. Die gewählten Leistungen sowie Gesundheitszustand und Alter entscheiden über die Beitragshöhe in der PKV.

Besonders die Tatsache, dass der Beitrag vollkommen anders als in der GKV berechnet wird, macht die private Krankenversicherung so attraktiv. Denn obwohl der Beitrag in der GKV an das Einkommen gekoppelt ist, steigen selbständige Kassenmitglieder teuer ein: Selbst wenn keine Gewinne erzielt werden, schlägt der Kassenbeitrag mit gut 300 Euro pro Monat zu Buche. Zudem droht zu Jahresbeginn die Gefahr, erst einmal den Höchstbeitrag von gut 600 Euro entrichten zu müssen, sollte nicht umgehend ein Einkommensnachweis erbracht werden. Schon so manchem Gründer sind diese hohen Versicherungskosten zum Verhängnis geworden.

Selbständige versichern sich in der privaten Krankenversicherung im Regelfall etwas günstiger. Zwar liegt der Beitrag meist auch nicht viel niedriger als 300 Euro, doch zumindest gesteht mehr Spielraum bei der Beitragsbeeinflussung. Durch Auswahl der Leistungen lässt sich die Beitragshöhe anpassen und somit für die Gründungszeit vergleichsweise niedrig halten. Später kann der Versicherungsschutz immer noch – eine entsprechende Tarifwahl vorausgesetzt – aufgestockt werden.