Versicherungspflichtgrenze

Ob ein Arbeitnehmer zum Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung berechtigt ist, hängt davon ab, ob er oder sie der Versicherungspflicht unterliegt. Sofern die Person nicht als versicherungspflichtig gilt, ist der Versicherungswechsel bzw. der Eintritt in die PKV gestattet. Sollte eine Versicherungspflicht bestehen, ist der Wechsel hingegen nicht möglich. Hierbei handelt es sich um eine gesetzliche Vorgabe, an welche die Träger der gesetzlichen Krankenversicherung gebunden sind. Sollte eine Versicherungspflicht bestehen, hat das Kassenmitglied keine andere Wahl, als in der GKV zu bleiben.

Die so genannte Versicherungspflichtgrenze (auch Jahresarbeitsentgeltgrenze – kurz JAEG – genannt) entscheidet darüber, ob ein Arbeitnehmer pflichtversichert ist oder als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung geführt wird. Der Grenzwert wird von der Regierung festgelegt. Sofern das regelmäßige Jahreseinkommen des Arbeitnehmers unterhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt, besteht automatisch eine Versicherungspflicht. Liegt das Einkommen hingegen darüber, kann der Arbeitnehmer wählen, ob er sich gesetzlich oder privat versichern möchte. Sofern er nicht tätig wird bzw. keine Eigeninitiative ergreift, bleibt die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung bestehen.

Die Versicherungspflichtgrenze wird von der Regierung jedes Jahrs aufs Neue festgelegt. Für das Jahr 2016 beläuft sie sich auf einen Betrag von 57.600 Euro. Dieser Wert bezieht sich auf das jährliche Einkommen. Auf den Monat umgerechnet liegt die Versicherungspflichtgrenze bei einem Bruttoeinkommen von 4.800 Euro.

Im Rahmen der Prüfung, ob ein Arbeitnehmer der Versicherungspflichtgrenze unterliegt, besteht keine Koppelung an das Kalenderjahr. Stattdessen wird auf die letzten zwölf Monate einschließlich des aktuellen Monats geachtet. Allerdings endet die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht sofort bei Erreichen eines entsprechenden Jahreseinkommens. Hierfür muss die Versicherungspflichtgrenze mit dem regelmäßigen Einkommen überschritten werden. Außerdem kann die Versicherungsfreiheit erst mit Ablauf des Kalenderjahres eintreten, in welchem die JAEG überschritten wurde.

Zum Abschluss sei angemerkt, dass die Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht mit der Beitragsbemessungsgrenze zu verwechseln ist. Die Beitragsbemessungsgrenze existiert ausschließlich in der GKV und markiert dort eine Einkommensobergrenze für die Ermittlung des Beitrags. Einst lagen Versicherungspflichtgrenze und Beitragsbemessungsgrenze gleich auf. Mittlerweile liegt die Versicherungspflichtgrenze höher – mit dieser Maßnahme will der Gesetzgeber den Wechsel in die private Krankenversicherung und somit die Abwanderung aus der GKV erschweren.